Private Krankenversicherung

Die Private Krankenversicherung (PKV) ist neben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die zweite Säule der deutschen Krankenversicherung. Die meisten Arbeitnehmer sind in der GKV versichert; aber auch für sie gibt es die Möglichkeit, sogenannte Zusatztarife - etwa für Zahnersatz oder Krankentagegeld - in der PKV abzuschließen. Die Möglichkeit der Krankenzusatzversicherung nehmen gesetzlich Versicherte zunehmend wahr, zumal nach dem Bürgerentlastungsgesetz seit Januar 2010 erzielte Steuerersparnisse für verbesserten Gesundheitsschutz ausgegeben werden können. Hinzu kommen die Wirkungen der Kostendämpfungsmaßnahmen, die vielen gesetzlich Versicherten als Verlust an Qualität im Krankheitsfall erscheinen. Der Eintritt in eine private Krankenvollversicherung ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden: Als Arbeitnehmer muss man mehr als 49.500 Euro im Jahr 2011 verdienen oder im Jahr 2010 mehr als 49.950 Euro verdient haben; bei der Berechnung werden Weihnachts- und Urlaubsgeld berücksichtigt. Wer als Arbeitnehmer diesen Betrag, der auch als Versicherungspflichtgrenze bezeichnet wird, zwölf Monate ununterbrochen überschritten hat, kann aus der GKV austreten und in eine private Krankenversicherung wechseln. Generell keine Versicherungspflicht in der GKV besteht für Beamte, Selbständige sowie Freiberufler. Studenten können sich zu Beginn ihres Studiums von der Versicherungs- pflicht in der GKV befreien lassen; für sie bieten die privaten Krankenversicherer Studententarife an. Die Privaten Krankenversicherungen stellen in der Regel folgende Vorteile gegenüber der Gesetzlichen Krankenversicherung heraus: So bieten sie verschiedene Tarife mit weltweitem Versicherungsschutz, freier Arztwahl, Behandlung als Privatpatient, stationärer Behandlung im Ein- oder Zweibettzimmer mit der Wahl der Betreuung durch den Chefarzt und anderes mehr. Außerdem erhält der Privatpatient eine Beitrags- rückerstattung, falls er innerhalb eines Abrechnungsjahres keine Leistungen in bestimmten Tarifen in Anspruch nimmt. Beiträge für die PKV werden nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherten berechnet. Deshalb ist insbesondere für junge, gesunde Menschen der Wechsel in die PKV häufig finanziell vorteilhaft. Ob sich der Wechsel in eine Private Kranken- versicherung lohnt, hängt von Faktoren ab, die jeder Interessent vorab prüfen sollte: Während die Familie in der GKV zum Beispiel grundsätzlich kostenlos mitversichert ist, sind Familienmitglieder in der PKV in der Regel separat zu versichern.
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